👤 Gast der Folge
Amelie Muss – Jahrgang 2002, eine der stärksten Vertreterinnen der neuen Generation im österreichischen Berg- und Trailrunning. Sie begann als Jugendliche mit Straßen- und Bahnlauf, wechselte später in den Berglauf und ist heute bei nationalen Meisterschaften, internationalen Verticals und Up‑&‑Down‑Rennen regelmäßig vorne zu finden. Ihre Stärken liegen klar im steilen Uphill, während sie sich zunehmend auch an längere Trail‑Distanzen herantastet.
📝 Gesprächsinhalte
Vom Schulviertelmarathon zum Leistungssport
Amelie erzählt, wie sie durch ihre Schwester und ihren Vater zum Laufen kam. Bereits mit zehn Jahren lief sie den Viertelmarathon in Linz und steigerte sich jedes Jahr weiter. Parallel zur Schule trainierte sie im Verein, lernte Laufschule, Krafttraining und Tempogefühl – Grundlagen, die ihr heute im Trailrunning zugutekommen. Nach einigen Jahren im Straßen- und Bahnlauf wurde ihr der Wettkampfdruck zu groß, weshalb sie zunächst eine Pause vom Leistungssport einlegte.
Einstieg in den Berglauf
Über spontane Wettkämpfe wie den Fünf‑für‑Linz‑Lauf fand Amelie zurück zum Wettkampfsport. Ein Vereinskollege nahm sie zum Schafberglauf mit – ein Erlebnis, das sie nachhaltig prägte. Der Blick vom Gipfel und das Gefühl, sich den Berg „erlaufen“ zu haben, weckten ihre Begeisterung für Bergläufe. Seitdem ist sie in Verticals, Up‑&‑Down‑Rennen und schnellen Trailformaten aktiv.
Verticals als große Stärke
Amelie beschreibt, warum steile Uphills ihr liegen: Sie kann dort ihre Kraft und Effizienz optimal ausspielen und versucht, bergauf möglichst viel Vorsprung herauszulaufen, um bergab weniger zu verlieren. Sie spricht über ihre internationalen Einsätze bei WM und EM sowie über die österreichischen Meisterschaften, bei denen sie regelmäßig auf dem Podium steht.
Vorbilder & Training mit Expertise
Ein besonderes Thema ist ihre Begegnung mit Andrea Mayr, die seit Jahrzehnten das österreichische Berglaufen prägt. Amelie erzählt, wie inspirierend es ist, mit ihr zu trainieren und welche Tipps sie sich abschauen kann – etwa die gezielte Vermeidung harter Downhills zur Schonung des Körpers. Ihr Trainer Johannes Nussbaumer unterstützt sie mit spezifischem Berglauf‑Know‑how, was ihr Training deutlich präziser macht.
Training zwischen Gefühl und Struktur
Amelie nutzt Herzfrequenzbereiche, um lockere Läufe wirklich locker zu halten und harte Einheiten gezielt zu steuern. Gleichzeitig verlässt sie sich stark auf ihr Körpergefühl. Sie beschreibt, wie wichtig es für sie ist, gebremst zu werden, da ihr Ehrgeiz sie oft zu schnell antreibt.
Blick in die Zukunft – längere Distanzen
Obwohl sie Verticals liebt, zieht es Amelie zunehmend zu längeren Trails. Distanzen um 30 Kilometer hat sie bereits erfolgreich absolviert, etwa beim Gaisberg Trail oder der Zugspitz Challenge. Mittelfristig reizt sie die Marathon‑Distanz und darüber hinaus laufbare Formate wie Innsbruck Alpine oder Mozart. Sehr technische Skyraces oder extreme Wetterbedingungen liegen ihr weniger.
Hitze, Kälte & Wettkampfbedingungen
Amelie spricht über ihre Empfindlichkeit gegenüber Kälte und ihre vergleichsweise gute Hitzeverträglichkeit. Bei warmen Rennen wie der Zugspitze konnte sie davon profitieren. Gleichzeitig erzählt sie von Situationen wie in Kamnik, wo sie selbst bei kühlen Bedingungen gut zurechtkam – während Peter dank ihrer Eltern vor dem Erfrieren gerettet wurde.
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