🏔️ Österreichische Meisterschaften am Ötscher
Am Ötscher fanden die österreichischen Meisterschaften im Speedtrail und Skyrace statt. Im Speedtrail (16,7 km, knapp 1000 Höhenmeter) gewann bei den Herren Thomas Pöllabauer, bei den Damen sicherte sich Julia Mayer den Titel – mit über 20 Minuten Vorsprung und einem dritten Platz im Overall-Ergebnis, obwohl Trailrunning nicht ihr angestammtes Terrain ist. Im Skyrace (ca. 20 km, 2000 Höhenmeter) holte Paul Krondorfer den Sieg bei den Herren, bei den Damen gewann Sabrina Papst. Beide Rennen fanden bei schwierigen Wetterbedingungen mit Regen statt.
⛰️ 30 Jahre Katrin Berglauf in Bad Ischl
Der traditionsreiche Katrin Berglauf feierte sein 30-jähriges Jubiläum. Die 4,4 Kilometer mit 943 Höhenmetern gehen ausschließlich bergauf. Bei den Herren gewann Mathias Gwechenberger, der erst eine Woche zuvor bei der Europameisterschaft in Kamnik am Start war. Bei den Damen siegte Andrea Mayr, die nach einer Verletzungspause wieder eingestiegen ist. Amelie Muss, ebenfalls direkt aus Kamnik kommend, wurde Zweite, Sarah Löcker Dritte.
🌍 UTMB Andorra – Erfolge aus dem DACH-Raum
Beim UTMB-Trailwochenende in Andorra mit fünf Distanzen zwischen 10 und 105 Kilometern gab es mehrere Erfolge aus dem DACH-Raum. Wendelin Mörtendorfer gewann die 21-Kilometer-Distanz (1750 Höhenmeter) gegen über 500 Starter. Die Deutsche Juliane Rössler siegte auf der 80-Kilometer-Strecke. Auf der 105-Kilometer-Distanz gewann Martina Valmassoi bei den Damen, Mélanie Delasoie wurde Zweite.
🦎 Weißensee-Ungetüm – Premiere in Kärnten
Am Weißensee in Kärnten fand das erste Weißensee-Ungetüm statt. Die Veranstaltung mit Distanzen über 50 und 20 Kilometer entstand mit Unterstützung des lokalen Tourismus. Die Strecke führt rund um den See, der teilweise nur zu Fuß erreichbar ist. Die Organisation setzt auf markierte Wanderwege und musste kurzfristige Streckenanpassungen wegen Almauftrieben und Forstarbeiten vornehmen. Die Finisherquote war hoch, die Teilnehmenden zeigten sich diszipliniert. Das Start-Ziel-Gelände bot Duschen, befestigte WCs und ein umfangreiches Rahmenprogramm.
🏃 Persönlicher Rennbericht vom Weißensee-Ungetüm
Endlich war es so weit: Endlich war ich nicht nur dabei, sondern mittendrin in einem Ungetüm-Wettkampf.
Nach einer gemütlichen Anreise mit der ÖBB wurde ganz gechillt eingecheckt, die Pflichtausrüstung genau kontrolliert und geprüft, ob der Track auf der Uhr ist. Noch ein paar Fotos zur Erinnerung und ein selbst zusammengestelltes Starter-Sackerl später konnte es nach dem Abendessen in die letzte Nacht vor dem Start gehen.
05:30 Uhr – GPS-Tracker abgeholt, Race-Outfit geprüft und ab in die Startaufstellung. Gefühl: Könnte ein guter Tag werden.
Ab dafür!
Links neben mir an der Startlinie: Thorben Rahlves, Heidi Annemarie Reichl, Demeter Dick, Wolfgang Gans, Andreas Hutter, Petra Rucker, Romana Horatschek und noch viele, viele andere aus der feinen österreichischen Trail-Community.

Punkt 06:00 Uhr der Startschuss. Die Ungetüm-Gehörnten peitschen uns Läufer durch den Torbogen. Eine geschmeidige Vierer-Pace im leichten Downhill und nach einem Kilometer geht es in einen zwölf Kilometer langen Uphill, der schon vielen ein Fragezeichen ins Gesicht zaubert.
Erstens: Soll ich die erste Labe nach fünf Kilometern überhaupt anlaufen oder durchlaufen, mir ein paar Meter sparen und darauf vertrauen, dass die eingepackten mehr als 1,5 Liter Flüssigkeit reichen? Beinahe alle sind durchgelaufen und nur wenige haben diese Labe in Anspruch genommen.
Weiter geht’s stetig bergauf, meist in einer Grenzgeschwindigkeit zwischen Gehen und Laufen. Ich wollte mich nicht verbrennen und dachte mir: kontrolliert ist gut. Auf der Uhr sah ich aber die ganze Zeit einen Puls von 150 bis 160 aufblitzen. Ein langer Tag an der Schwelle könnte hinten raus bitter werden.

Dennoch einigermaßen zügig nach oben. Das Wetter herrlich zum Laufen, ab und zu leichter Nieselregen, aber der Untergrund trocken und die Lufttemperatur nicht zu heiß.
Das erste Highlight ist die Eckwand, die technisch durchaus herausfordernd ist und Fehler nicht wirklich verzeiht. Direkt danach folgt der erste knackige, lange Downhill mit über acht oder neun Kilometern Länge und wirklich steilen Passagen von 20 bis 30 Prozent Gefälle. Das erste Mal bietet die Strecke auch für die Downhill-Fans etwas Feines. Diese Kilometer waren richtig lässig.



Tja, und der Rest vom Wettkampf war sehr, sehr, sehr mühsam.
Zweite Labe am Ostufer. Die Stimmung ist gut, die Beine schwer, der Puls immer noch zu hoch.
Und dann kam die zweite Hälfte – das Team hatte es schon als „Wadlbeißer“ angekündigt und alle davor gewarnt, sich auf der ersten Hälfte zu verausgaben.
Dann kam der zweite Anstieg auf den Laka. Oder wie ich ihn ab heute offiziell nenne: die Scheiß-Leit’n.
Mit Abschnitten von über 30 Prozent Steigung, Kilometersplits um oder über der Viertelstunde und einem Berg, der einem gleich dreimal vorgaukelt, dass man jetzt endlich oben sei (ist man aber nicht – es geht weiter hinauf).
Das Schönste an diesem Anstieg war das Foto mit dem Regenbogen über dem See.

Dabei habe ich mich aber wirklich gefragt, ob ich in acht Wochen beim KUT noch einmal 2.500 Höhenmeter mehr und zusätzlich 25 Kilometer machen möchte.
The struggle was real.
Puls weiterhin an der Schwelle. Die Beine wollen weder geradeaus noch bergab ordentlich laufen. Es ist schon lange klar, dass die angepeilten sechseinhalb bis sieben Stunden unrealistisch werden und das einfach nicht mein Tag ist.
Bei der Bodenalm kommt mir Thorben entgegen, der bis dahin wirklich gut unterwegs war, an dieser Stelle aber die Segel streichen musste.
Nachdem ich die Distanz zwischen Ostufer und Bodenalm unterschätzt hatte, war ich mit zu wenig Flüssigkeit losgelaufen und kurz vor der Bodenalm komplett trocken.
Also rein in die Labe und einen Liter Wasser auf Ex. Danach alles auffüllen.
Und damit war auch schon der zweite Fehler perfekt: Zuerst zu wenig trinken zwischen der zweiten und dritten Labe und danach den Körper mit Wasser durchspülen, ohne direkt eine Salztablette nachzuschieben. Das kann nur gut werden.
Raus aus der Labe und gemeinsam mit den Zwanzigern in Richtung des dritten Anstiegs: dem Golz.
Nach den ersten 300 Metern wollte das schnell getrunkene Wasser wieder raus und wurde noch ein zweites Mal geschluckt.
Nach etwa 200 Höhenmetern und einem größeren Schritt hat sich das fehlende Salz gerächt: In beiden Oberschenkeln innen ist ein feiner Krampf eingefahren.
Schnell Salz nachschießen.
Danach im gewohnt langsamen Wanderschritt bergauf trotten und versuchen, diesen Hügel irgendwie noch zu überleben.
Nach gefühlten hundert Stunden endlich am Gipfel angekommen, ging es erst einmal richtig technisch bergab und erforderte die volle Konzentration.

Danach wellt es dahin, geht stetig leicht bergab und alles, was die Beine noch hergeben möchten, wird in die Waagschale geworfen.
Pulsstatus: Mehr als vier Stunden an oder über der Schwelle.
Beinstatus: Sie laufen nicht mehr. Der Kopf zwingt sie.
An der letzten Labe auf der Kohlröslalm gibt es das Einser-Menü zwischen die Kauleisten: Essiggurken und Cola.
Und danach nur noch:
Down. Down. Down.
Am Ende noch eine Skipiste und irgendwie nach 7:46 Stunden im Ziel ankommen.
Ein superherzlicher Empfang durch das Team, viele Leute im Zielbereich und natürlich die Perchten.
Einmal hingesetzt – der nächste Krampf.

Ein, zwei Zielbierchen später und nach einer Dusche wie neugeboren.

Eigentlich ein wunderbarer Tag zum Laufen. Eine anspruchsvolle, aber landschaftlich großartige Strecke, eine Organisation mit Herzblut und ein super Community-Event.
Aber es war einfach nicht mein Tag.
#hüftjonix
Nächstes Mal wird’s besser.



Leider gibt es kein Bild von den Damen auf der 50er STrecke – Da war der Fotograf zu blöd abzudrücken.
👟 Schuhtest: Kiprun Kipsummit Max
Der Kiprun Kipsummit Max von Decathlon wurde auf längeren Trailläufen getestet. Der Schuh bietet eine Vibram-Sohle, 6 mm Sprengung und wiegt 268 Gramm. Er überzeugt durch hohen Komfort auf langen Distanzen, Waldwegen und Schotter. Für technische Downhills ist er etwas zu breit und zu stark gedämpft, was den Bodenkontakt reduziert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist herausragend: Bei einem UVP von 139,99 Euro ist er im Handel bereits für rund 100 Euro erhältlich. Er eignet sich besonders als Einstiegs-, Wechsel- oder Grundlagenschuh für Trailläufe.









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